Eine Gridfinity-Schublade planen — Anleitung
Drucken ohne Plan verschwendet Filament. Du druckst Bins nach, weil du Größen falsch geschätzt hast, lässt ungewollte Lücken oder vergisst, was du eigentlich brauchst. Diese Anleitung zeigt, wie du vor dem Druck misst, planst und eine Druckliste bekommst.
Schublade ausmessen
Hol dir die Innenmaße in Millimetern. Du brauchst:
- Breite — links nach rechts
- Tiefe — vorn nach hinten
- Höhe — Boden bis Decke (Freiraum bei geschlossener Schublade)
Miss an mehreren Stellen. Schubladen sind selten exakte Rechtecke, besonders bei älteren Möbeln. Nimm zur Sicherheit den kleinsten Wert.
In Rastereinheiten umrechnen
Gridfinity nutzt 42-mm-Einheiten. Teilen und abrunden:
Breite: 380 mm ÷ 42 = 9,04 → 9 Einheiten
Tiefe: 260 mm ÷ 42 = 6,19 → 6 Einheiten
Ein 9×6-Raster sind 378 mm × 252 mm. Du hast kleine Lücken am Rand — das ist okay. Grundplatten müssen nicht jeden Millimeter füllen.
Klären, was reinkommt
Den Schritt überspringen die meisten — und bereuen es.
Nimm alles aus der Schublade. Gruppieren:
- Tägliche Sachen
- Wöchentliche Sachen
- Zeug, das du vergessen hattest
Das Tägliche muss greifbar sein. Das Wöchentliche kann nach hinten. Das Vergessene braucht vielleicht gar keinen Bin.
Gegenstände den Bin-Größen zuordnen
Grobe Richtwerte:
| Inhalt | Bin-Größe |
|---|---|
| M3-Schrauben, Kleinteile | 1×1 mit Trennsteg |
| Stifte, USB-Sticks, Batterien | 1×2 oder 2×2 |
| Schraubendreher, Zangen | 1×3 oder 1×4 |
| Klebeband, Klebeflaschen | 2×2 oder 2×3 |
| Großes Werkzeug | 3×3 oder größer |
Verbeiß dich nicht — du kannst später immer andere Bins drucken.
Das Layout planen
Öffne das Tool und stelle die Rastergröße ein. Ziehe Bins auf. Das Tool verhindert Überlappung und Überlauf.
Häufig Benutztes nach vorn. Was greifst du beim Öffnen zuerst? Das gehört nach vorn.
Zusammengehöriges gruppieren. Schraubendreher an einer Stelle, Messwerkzeug an einer anderen. Du erinnerst dich später leichter.
Etwas Leerraum lassen. Deine Sammlung wächst. Eine heute zu 100 % verplante Schublade ist morgen ein Problem.
Ebenen für tiefe Schubladen
Bei genug Höhe kannst du Bins vertikal stapeln. Ebene 1 ist unten.
Funktioniert gut für:
- Flaches unten (Kabel, Kleinteile), höhere Bins darüber
- Elektrik und Mechanik trennen
Schweres unten, häufig Genutztes oben.
Druckliste exportieren
Wenn das Layout sitzt, exportierst du eine Druckliste:
- Jede Bin-Größe mit Stückzahl
- Filamentschätzung in Gramm
- Such-Links pro Größe
STL-Dateien finden
Du kannst Custom-Bins generieren — direkt im integrierten Bin-Generator: Maße wählen, Boden, Kompartimente, dann als STL, STEP oder 3MF exportieren.
Für Spezialbins (werkzeugspezifische Halter, komplexe Formen) durchsuche die Community-Quellen:
- Printables — größte Auswahl
- Thangs — gut für ähnliche Designs
- MakerWorld — Bambu-Lab-Community
Beispielsuche: „gridfinity 2x2 3U“ findet 2×2-Bins mit 3 Höheneinheiten.
Vor dem Druck
Erst mit Pappe testen
Schneide Pappe auf deine Bin-Größen (42 mm pro Rastereinheit) und ordne sie in der Schublade an. Fühlt sich etwas falsch an, hast du noch kein Filament verbraucht.
Erst einen Bin drucken
Druck einen Bin, bevor du 20 druckst. Prüfe Passung, Höhe und Designgefühl. Passe Druckereinstellungen bei Bedarf an.
Höhe prüfen
Dein höchster Bin plus Grundplatte (etwa 5 mm) muss in die geschlossene Schublade passen. Vor dem Druck hoher Bins prüfen.
Häufige Fehler
Zu viele winzige Bins. Ein Raster aus 1×1-Bins sieht ordentlich aus, ist aber im Alltag nervig. Größere Bins mit Trennstegen sind meist besser.
Jedes Feld füllen. Lässt keinen Platz für Neues. Plane 10–20 % Leerraum ein.
Ignorieren, was du tatsächlich nutzt. Organisiere nicht nach Wunschvorstellung, sondern nach dem, was du wirklich greifst.